Was ist Dispotraining?

Die Intelligenz des Körpers schreit nach Beachtung

Der Körper ist das umsetzende Organ unserer Motorik und Emotion. Eine hohe Flexibilität und ein ungestörter Bewegungsablauf sind die Grundlage für freies Musizieren. Körper, Instrument und Musik bilden eine Einheit im Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Dabei geht es nicht um Lockerheit oder Vermeidung von Spannung, sondern um die gezielte Steuerung von aktiver und passiver Dynamik.

Ingrid und Jörg lachen miteinanderElementarer Baustein in der Realisierung unserer musikalischen Vorstellung ist ein harmonisch disponierter Bewegungsapparat. Dieser ist bei  jedem Menschen einzigartig!
Das Erkennen des eigenen „Ebbe-Flut-Systems“ ermöglicht einen individuellen Umgang in der Bewältigung von technischen und musikalischen Schwierigkeiten. Die Respektierung der körperlichen Gesetzmässigkeiten hilft, Bühnenangst, Verspannungen und Blockaden zu vermeiden bzw. abzubauen. Motivation und Spielfreude werden deutlich gesteigert.

Die Kurse zeigen einen neuen, innovativen Weg zur Perfektionierung des Instrumentalspiels und zur Findung eines authentischen, musikalischen Ausdrucks. Angelernte negative Konditionierungen werden ins Positive transformiert. Dies geschieht durch die Respektierung der körperlichen Gesetzmässigkeiten und einen bewussten Ausgleich zwischen Körper, Intellekt und Gefühl.

Unser Dispotraining basiert auf dem absoluten Respekt gegenüber den individuellen Besonderheiten eines jeden Menschen, seinen Überzeugungen und seinem Ausdrucksbedürfnis. Es werden Methoden der Bewegungslehre und der Körpersprache mit dem Instrument trainiert. Dazu gehören auch Verhaltens- und Entspannungstechniken sowie Konzepte der Musiktheorie und der Musikgeschichte.

Partitur des Körpers

Das Musikmachen ist ein komplexer Prozess, der wie jede andere Disziplin einer natürlich funktionierenden Technik bedarf. Regeln der Musik und des Instrumentes müssen respektiert und mit der Physis und Psyche des Musikers vereint werden.

In belastenden Situationen, z.B. vor Publikum oder einer Jury, kann eine hohe Anspannung entstehen. Dies kann vom gesunden Lampenfieber bis zur ausgeprägten Bühnenangst („performance anxiety“) reichen. Typische Reaktionen auf diese Anforderung können sein: Bogenzittern bei Streichern, trockener Mund bei Bläsern und Verlust der Stütze bei Sängern.

Drei Studenten während einer Kursübung

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, bedarf es einer Harmonisierung der körperlichen, intellektuellen und emotionalen Ressourcen. Hier können wir auf das Bild einer Partitur zurückgreifen. Der Komponist zeigt an, wie die Melodie, der Rhythmus, die Harmonie, die Dynamik, der Puls und der Charakter des Werkes ausgeführt werden sollen. Darüber hinaus gibt es heute weitestgehend Konsens darüber, wie diese Musik zu klingen hat entsprechend der Epoche, in welcher der Komponist lebte. Ab hier weitet sich die Partitur des Körpers über die Grenzen des Geschriebenen hinaus. Wie beim Lesen eines Buches wird jeder Einzelne eine persönliche Interpretation dieser chiffrierten Botschaft haben. Dank der eigenen Persönlichkeit gestaltet jeder Musiker seine Interpretation.

Damit beide Partituren, die des Komponisten und die des Körpers, in Ein-Klang kommen, muss der Interpret ein Repertoire an Bewegungen beherrschen. Nur so kann die intellektuelle und emotionale Botschaft in einen motorischen Vorgang und damit in eine authentische Wiedergabe umgesetzt werden.

Gruppenfoto mit allen Teilnehmern

Wer kann teilnehmen?

Unser Training richtet sich an alle Orchestermusiker, Instrumentalisten, Sänger, Schauspieler, Dirigenten, Musikstudenten und Musikdozenten. Teilnehmen können auch Kammermusikensembles, Chöre und Orchester.

Das Dispotraining wird sowohl im Einzelunterricht als auch in Gruppen angeboten. Für die Gruppenunterrichte werden aktive Teilnehmer über ein Vorspiel ausgewählt und vor dem Publikum unterrichtet. Passive Teilnehmer werden in den Unterrichtsablauf aktiv integriert.